16 Feb
Jan_Blomqvist_Disconnected_001_copyright_by_Christian_Dammann

Getrennte Verbindungen, fehlender Kontakt zur Realität,
unzusammenhängende Narrationen. Das neue Album von Jan
Blomqvist heißt disconnected , spielt aber in einer Zeit, die
eigentlich bestimmt ist vom Gegenteil, nämlich vom „connected“
sein. Es geht um unsere Zeit, um unsere Generation. Die Welt
erscheint zunehmend verknüpft, über E-Mail, Facebook,
Instagram. Jeder folgt jedem, in Echtzeit, liest und liked Posts,
Kommentare und Fotos. Avatare, Profile, Handles, kommunizieren
vielstimmig, verwoben auf unterschiedlichen Kanälen. Der
menschliche Umgang hat sich verändert, er vollzieht sich zum
großen Teil in der virtuellen Welt. Die reale Welt schrumpft, Zeit
dehnt sich.
Das Release ist auch auf formaler Ebene „disconnected“. Seine
Stringenz wird unterbrochen, die Tracks im Laufe des Sommers
auf mehreren Mini-Alben mit höchstens 5 Songs veröffentlicht.
Diese Fragmentierung spiegelt die Entstehungsbedingungen
wider, die ebenso zum Grundthema passen. Denn aufgenommen,
produziert und geschrieben wurde disconnected an unterschiedlichen
Orten, in Island, Kalifornien, New York und natürlich
Berlin, in Zusammenarbeit mit Felix Lehmann und Ryan Mathiesen.
Im Herbst erscheint dann schließlich das Gesamtwerk, dass
das unterbrochene Narrativ wieder zusammenfügt, auditiv und
visuell. Musikalisch knüpft disconnected an den unverkennlichen
Blomqvist-Sound an. Und klingt dabei aber doch erwachsener
und geradliniger. Jan Blomqvist meldet sich 2018, zwei
Jahre nach seinem fulminanten Debüt Remote Control , dass den
Musiker und seine Band um die Welt führte, nun also zurück.